»Type Trips« –
Skyra – Sebastian Hähnlein

Andere Länder warten auf mit gewöhnungsbedürftigen Sitten, verwirrenden Gebräuchen, merkwürdigen Rhythmen, ungewöhnlichen Gerüchen, irritierender Gestik und Mimik, unbekannter Historie, bemerkenswerter Architektur, obskurem Essen, anderen Frisuren. Dies alles wird oft verpackt in billigen Souvenirs, teuren Bildbänden, schöngefärbten Erinnerungen und so teils grotesken, teils amüsanten Klischees. Sie waren Inspiration für die Skyra, eine Schrift gestaltet nicht für »Island«, sondern aus dem Gesamtphänomen Island heraus.

Faktoren und Attribute, die die Basis für den Entwurf bildeten waren u.a. die felsig-karge Vulkanlandschaft, das eisige Klima, die Häuslichkeit und charakterliche Gradlinigkeit der Isländer. Maritime Traditionen (Fischerei) bzw. der grundsätzliche Bezug zum Meer fanden ebenso ihren Weg in die Formensprache, wie die Kultivierung altnordischer Mythen.

Als klassizistische Antiqua-Variante zeichnet sich die Skyra durch einen hohen Dick-Dünn-Kontrast mit intuitiven Bewegungen in den Bögen und eine harmonische Grundkonstruktion aus. Die Grundlinie wird unterbrochen durch spitze Stammenden. Kurze Serifen an den Versalien und paddel-/flossenartige Serifen an runden Buchstaben illustrieren die definierten Attribute. Trotz der Lebendigkeit, geben die starken Stämme, wie auch der eher lineare Strich einen Hinweis auf das nordisch-kühle Selbstbewusstsein der Isländer.

Die Schmuckbuchstaben mit ihren ornamentalen Elementen helfen, den Schrift-Charakter weiter auszubilden, ohne die bestehenden Anmutung zu überlagern. Neben dem gängigen Zeichenumfang stehen eine Vielzahl von Ligaturen, Alternativformen und Wortbilder zur Verfügung.

Betreuung: Dipl. Des. Guido Schneider