Redesign Magazin KULT

Editorial | SS 2009 | Prof. Nora Gummert-Hauser und Prof. Richard Jung

Was macht erfolgreiche Zeitschriften und Magazine aus? Am Design alleine kann es nicht liegen. Dieses ist, vergleicht man mal rein optisch diverse Magazine – oft ähnlich stereotyp. Was uns sagt, es steckt, wie immer, mehr dahinter, nämlich ein kluger Kopf (Gestalter), der genau überlegt, warum er, für wen er und was er gestaltet.

Das zweimonatlich erscheinendes Kulturmagazin KULT soll einer Revison (Überarbeitung) unterzogen werden. Dieses Projekt ist eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Editorial Design und Corporate- & Brand Design. Fünf Teams arbeiteten an der neuen Marke und an deren Umsetzung in eine Printpublikation.

Team 3: Carmen

Evgenia Kriener, Friederike Gorke, Katja Schiller, Clemens van Noppen, Christiane Sassen, Christina Lukacs Leitidee: Kultur vom Niederrheiner für den Niederrheiner

Wie lässt sich ein Kulturmagansprechend gestalten? Wie weckt es Neugier beim Leser für Kunst und Kultur? Was interessiert die Menschen dieser Region? Die Antwort war für uns klar: Man interessiert sich in erster Linie füreinander! Und nichts ist unverwechselbarer als ein Gesicht.

Das Magazin vom Niederrheiner für Niederrheiner wartet mit einem völlig neuartigen Konzept auf: einer Bürgerredaktion, die über Bewerbung einen Chefredakteur für jeweils eine Ausgabe erhält! Dieser Chefredakteur erlebt gemeinsam mit der Redaktion Kultur und mehr, er erzählt über seine Erfahrungen, was er sich angeschaut hat, welche Veranstaltung er noch besuchen wird und was er schon immer über Kunst wissen wollte. Die komplette Ausgabe wird ihm gewidmet und von ihm entscheidend mitgestaltet! Die visuelle Gestaltung des Magazins wurde klar und strukturiert mit prägnanter Typografie und Farbigkeit aufgebaut. Inhaltlich werden die Artikel vom jeweiligen Chefredakteur mit ausgewählt und bei Bedarf auch selbst geschrieben.

Der Terminteil mit allen Detailinformationen wird auf der Homepage ausgebaut und mit der Möglichkeit eines ausführlichen, personalisierbaren Veranstaltungskalenders versehen. Hinzu kommt der Aufbau einer großen Community mit Kontakt- und Chatmöglichkeiten.

Interessenten und Bewerber für die Stelle des Chefredakteurs werden über eine Casting-Kampagne mit der lokalen Tagespresse, Radio und Zeitung und auch gleich vor Ort in den Innenstädten angesprochen. Attraktiver Nebeneffekt für den Glücklichen sind zum Einen ein rasant steigender Bekanntheitsgrad, die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen einer Redaktion werfen zu können und einmal seine eigene Meinung der Öffentlichkeit zu präsentieren und am Ende sein ganz persönliches Magazin in den Händen halten zu können!

Der Erfolg dieses Magazines resultierte maßgeblich aus dem „Jeder kennt jeden über 6 Ecken-Prinzip" – einem der Grundgesetze menschlicher Netzwerke, und bei einer regionalen Anwendung dieser Art, ließe sich im wahren Wortsinn von einem sozialen Netzwerk sprechen, welches hier genutzt werden kann.