Nr. 17, bitte 


Sprache ist allgegenwärtiger Teil unserer Gesellschaft. Täglich begegnen wir einem Überfluss an Informationen, Zeichen, Wörtern und Texten, die es zu verarbeiten gilt. Doch wie geht es Menschen, die Wörter nur mühsam oder gar nicht lesen können? Die Texte nicht verstehen? Für die die Amtssprache auf einem Antrag keinerlei Sinn ergibt und ein Leitsystem im öffentlichen Raum eher eine Barriere als eine Hilfestellung darstellt? 

In Deutschland leben 7.5 Millionen funktionale Analphabeten. Menschen, die nicht in dem Maße lesen und schreiben können, wie es unser gesellschaftliches Leben erfordern würde. In diesem Kurs möchten wir die Lebenswelt von ihnen verstehen lernen: Welche Bedeutung erhalten Informationen unter Betrachtung eines Funktionalen Analphabeten, wenn Lesen und Schreiben für diesen generell ohne subjektive Bedeutung ist? Was wird an Sprache, an Kommunikation, an Texten und Bildern wahrgenommen? Wie wird es wahrgenommen? Und wie verarbeitet? Und wie können wir als Gestalter Kommunikation, Informationen, öffentliche Räume und Produkte gestalten, um diesen Menschen Teilhabe zu ermöglichen? Wie können wir ein Bewusstsein für Sprache schaffen? 

Mirko Podkowik
Podkowik entwickelte eine ganze Sammlung von Ansätzen, angefangen von einer theoretischen Arbeit zum Thema Sprachskepsis mit Texten von Wittgenstein und Nietzsche, der visuellen Umsetzung von sprachskeptischen Gedichten von Rilke u.a., der Umsetzung einer Straßenkarte ohne Beschriftung „googlemapswithoutanytext" bis hin zu der filmischen Umfrage in der Altstadt Düsseldorfs: „Weißt du was auf deinem T-Shirt steht?" Podkowik setzte dabei auf einen assoziativ, emotionalen Zugang zum Thema. Alle inhaltlichen und gestalterischen Parameter wurden durchgehend aus dem Begriff der „Unlesbarkeit" abgeleitet.

Zirkus Librelli – Anna Fabian, Jessica Klüfer, Sebastian Samariter
Unter dem Banner »Schreibzirkus« soll Kindern ab der zweiten Klasse die Unlust oder gar die Angst vor dem Lesen und Schreiben genommen werden. Die Kleinen werden zu ›Wortakrobaten‹ und ›Buchstabenzauberern

Kampagne „Witze“ – Jana Hollmann, Julia Rebentisch
Eine Kampagne, die den Funktionalen Analphabetismus mit Witzen thematisiert und in das Bewusstsein der Menschen ruft. Bleibt die Frage „Darf man darüber lachen?“

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser – Dipl. Des. MA Jeannette Weber


 


 


 


 


 


 


 

ian Samariter: Zirkus Librelli
Anna Fabian, Jessica Klüfer, Sebast: ian Samariter: Zirkus Librelli


 


 


 


 

Kampagne „Witze“
Jana Hollmann, Julia Rebentisch: : Kampagne „Witze“