Mnemo Parole – Absurde Denkzettel für die Umwelt – Vanessa Zengerling
Konzeption und Entwurf eines Mediums zum Thema Vergesslichkeit

BA-Thesis

Der eine Stapel Papier, der aufgrund eines unkontrollierten Rechtschreibfehlers umsonst durch den Drucker gejagt wurde, die eine Autofahrt, die eigentlich unnötig gewesen wäre, die paar zehn Minuten länger versteinert unter der wohltuenden Dusche, der eine laufende Fernseher, der stundenlang ohne Zuschauer, aber stromfressend sein niveauloses Nachmittagsprogramm präsentiert, die eine Batterie, die im Hausmüll landet, weil die nächste Sondermüllsammelstelle um die Ecke zu weit weg ist, das eine bequem gekippte Fenster, dass trotz voll aufgedrehter Heizung 24 Stunden Frischluft in die Bude lässt. »Ach komm! Halb so wild! Das hab’ ich im Stress gerade nur vergessen.«

Die Mnemoparole ist die groteske Kampfansage gegen ökologische Vergesslichkeit in Alltagssituationen. Absurde Denkzettel erinnern an umweltbewusstes Handeln im Alltag, machen die ökologische Verantwortung in den Köpfen der Umweltsünder präsent und versuchen Tag für Tag das Umweltbewusstsein auf Platz Eins der geistigen To-Do-Liste zu setzen.

Die Waffen:
Emotionale, absurde Denkzettel in Form von ein, zwei- und dreidimensionalen Spickzetteln.

Die Taktik:
»Überrasche den Feind, wenn er es am wenigsten erwartet.«

Die Feinde:
Alltägliche Umweltsünder, die unbewusst den Schutz unserer Umwelt vergessen, aber den Willen zur Änderung haben.

Der Schlachtplatz:
Die Kommunikation findet dort statt, wo die Vergesslichkeit zuschlägt. Im Kopf. In der Situation. In dem Moment, wo Umweltsünder ihre ökologische Pflicht vergessen. Die Betroffenen werden im Kampf gegen ökologische Vergesslichkeit direkt an Ort und Stelle an vergessene Dinge, wie Wasserverbrauch, Strom- und Heizkosten, Papierverschwendung, Müllbeseitigung und Luftverpestung erinnert: zu Hause, an der Steckdose, am Fenster, an der Heizung, in der Spülmaschine, am und im Auto, an der Mülltonne, auf dem Klo, in der Dusche, beim Tanken, auf der Strasse, auf dem Boden ...

Der Schlachtplan:
Informative Introtexte (Parolen) führen die Problematik der jeweiligen Umweltthemen auf. Kreative Eselsbrücken und absurde Merkhilfen (Mnemotechniken) sind sowohl schriftlich als auch bildlich aufgeführt. Denkzettel erinnern die Umweltsünder an umweltbewusstes Handeln im Alltag, dreidimensional (in Form von Objekten), zweidimensional (als Poster mit Mnemotechniken, die im Gedächtnis bleiben) und eindimensional (denn auf die Pinnwand im Kopf passt immer noch ein Post-it).

»Absurde Denkzettel für die Umwelt.« – Denn je grotesker, desto länger bleibt es im Kopf.

Eine Denkzettelsammlung über ökologisch relevante Themen, eine Mnemo-Poster-Serien-Reihe mit absurden Eselsbrücken gegen Vergesslichkeit entsteht, wenn man alle Denkzettel zusammen hat (Brockhaus-Prinzip). Die Umweltsünder lernen, wie sie bewusst in ihrem Alltag die Umwelt schonen, um sie zu schützen. Stück für Stück. Denkzettel für Denkzettel. Der Betrachter soll die aufgeführten Mnemotechniken nicht zwangsweise umsetzen, dafür sind sie zu absurd. Es wäre lächerlich diese zu realisieren, da sie zu skurril in der Ausführung wären – aber im Kopf bleiben sie dafür um so länger. Denn Absurdes vergisst man nicht. »Was? Ich bestell doch keinen Elektriker und bitte ihn darum, alle Steckdosen meiner Wohnung in Augenhöhe zu montieren! Nur damit ich mich selbst daran erinnere, wie viele Elektrogeräte täglich mit Strom verkabelt sind! Und nebenbei sähe das auch ziemlich hässlich aus.« Natürlich machst Du das nicht. Aber Du könntest Dir den Denkzettel an die Wand hängen, um Dich zu erinnern. Auf jeden Fall ist in Deinem Kopf genug Platz, um dort den skurrilen Stolperstein dauerhaft anzubringen.

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser und Dipl.-Des. Fritjof Wild