Konzeption und Entwurf von Kommunikationsmaßnahmen im Themenkomplex »Sagen & Legenden« – Thorsten Renken


BA-Thesis

Sage, Sagen, Saga – hat man alles schon mal gehört. Soll man auch, denn genau dafür waren und sind sie gedacht. Sagen sind Geschichten, die erzählt und gehört werden sollen. Sie berichten von Helden, besonderen Orten und/oder sagenhaften Geschehnissen.

Sie sind aber weit mehr als veraltete Geschichten, die kleinen Kindern zum besseren Einschlafen vorgelesen werden. Obwohl es den Anschein hat, dass diese Geschichten ihre Aktualität und Glaubwürdigkeit verloren haben, besitzen sie dennoch den Status eines immateriellen Kulturgutes. Auch heutzutage gibt es noch Sagen und Legenden, entweder in aktualisierter Form oder als komplett neue Geschichten, den Urban Legends.

Sagen und Legenden gibt es deutschlandweit. So gut wie jede Stadt ist Schauplatz mindestens einer Sage oder Legende. Viele Städte, Gemeinden und Regionen nutzen diese und werben damit für sich. Etliche Stadtwappen deuten schon seit Jahrhunderten auf die örtlichen Sagen oder Legenden hin. Aber auch in moderner Form, auf ihren Internetseiten oder sogar direkt im Logo, wird damit geworben. Wie eng manche Sagen und Legenden mit einer Stadt verbunden sind, zeigt sich am Beispiel der Legende des heiligen Viktor von Xanten. Ohne seine Geschichte gäbe es weder den Xantener Dom noch die Stadt Xanten selber – zumindest nicht in der heutigen Form.

Warum sollte man die Legende nicht auch für Besucher der Stadt, in aufbereiteter Form zugänglich machen? Das Ziel ist, mit einem besonderen Produkt, auf das Thema Sagen und Legenden aufmerksam zu machen und einen Anreiz zu schaffen, sich selbstständig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dadurch soll ein höherer Besucherzufluss für die innerstädtischen Museen Xantens generiert werden.

Aus dieser Idee ist »Leichte Kost – Viktor zum Mitnehmen« entstanden. Eine Box, gefüllt mit mehreren Gimmicks, die je einen Teil der Geschichte abdecken und zusammen die komplette Erzählung wiedergeben. »Leichte Kost« zeigt eine etwas andere Sicht auf die Legende. Die enthaltenen Einzelheiten wirbeln die Legende des heiligen Viktor von Xanten auf. Sie machen die Geschichte auf verrückte Art und Weise wieder lebendig und halten zusätzlich noch kleine Überraschungen bereit. Anders als bei Sagensammlungen bekommt man die Sage hier nicht einfach nur vorgesetzt. Die Interaktion mit dem Betrachter ist ein wesentlicher Bestandteil. Bei einer erfolgreichen Einführung kann diese Maßnahme auch für weitere lokale Sagen und Legenden übernommen werden und auch für andere Städte und Regionen als Blaupause dienen.

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser und Dipl.-Des. Hartmut Schaarschmidt