Eine Studie und Dokumentation über das Phänomen
der Massenreaktion bei Menschen – Simone Schink

Diplom

Die Aufgabenstellung besteht aus der Untersuchung des Phänomens der Massenreaktion bei Menschen im Hinblick auf definierte Situationen, welche aus dem täglichen Leben gegriffen sind. Der gezeigte Lösungsansatz ist eine Studie und Dokumentation, die einerseits einen Überblick zum Thema Massenreaktion gibt und andererseits die Tragweite und Vielfalt der Reaktionen widerspiegelt. Insbesondere wie, wann, wo und warum sich Menschen zu einer Masse zusammenschließen und wie jene Masse wieder zerfällt, wie man sie beeinflusst und bestimmte Reaktionen hervorruft, sowie die Entstehung unterschiedlicher Arten von Massen. Dies wird anhand diverser Experimente verdeutlicht, die zum Denken anregen aber auch Reaktionen provozieren können und sollen.

Beim Leser wird keinerlei Hintergrundwissen vorausgesetzt wird. Vielmehr soll eine emotionale Kommunikation zwischen Medium und Empfänger stattfinden, indem der Leser selbst in das Thema mit einbezogen wird. Somit wird auf einer unterhaltsamen, aber zugleich ernsthaften Art das Reaktionsverhalten der Menschen in der Masse begreifbar dargestellt.
Es entsteht eine Buchreihe mit vier Bänden, die jederzeit weitergeführt werden kann.

Band 1 / Und letztens gab es ne Kissenschlacht in Koeln
Umfang: 84 Seiten – Format: 26x36 cm

Emergentes Gruppenverhalten mit Hintergrund der neuen Medien
Dieses Experiment wird am Beispiel des Flashmobs dargelegt, welche eine durch das Internet organisierte Aktion ist um gemeinsam im öffentlichen Raum ungewöhnliche Handlungen auszuführen. Ich habe zwei unterschiedliche Flashmobs in Köln begleitet. Einen „Freeze“- Flashmob und einen „Banana-Bang“-Flashmob. Dokumentiert habe ich jeweils die Reaktionen und Äußerungen der Passanten mit einer Video- bzw. Fotokamera. Hauptsächlich habe ich beobachtet, wie die plötzliche Ansammlung der Masse auf diese gewirkt hat. Des Weiteren war für mich wichtig, wie viele Flashmobber bei diesen Aktionen aktiv waren, um das Ausmaß der Massenansammlung belegen zu können.

Band 2 / Boah Schwester isch liebe disch
Umfang: 82 Seiten– Format: 21x36 cm

Ausbreitung eines Trends mit Hintergrund der neuen Medien
Der Schwerpunkt liegt auf der Entstehung des „Free Hugs” Trendes und dessen Weiterentwicklung von Hype zu Kettenreaktion durch die Verbreitung über das Internet. Meine Untersuchung ging der Frage nach, in wie weit sich dieser Trend nach Deutschland fortgesetzt hat bzw. wie bekannt die Aktion des „Free-Hugging“ in fünf Städten Nordrhein-Westfalens ist. Dabei war ich jeweils um dieselbe Zeit für dieselbe Zeitperiode von 15 Minuten am gleichen öffentlichen Ort, dem Bahnhof. Dies diente dem Zweck, anschauliche Vergleiche und Gegenüberstellungen zwischen dem Verhalten der Einwohner der Städte anstellen zu können.

Band 3 / Guck mal die da
Umfang: 228 Seiten – Format: 19x24 cm

Auffallen in der Masse im Hinblick der Massenmedien / Faktor Angst
Dieses Experiment basiert auf einem aktuellen Thema, welches zum Zeitpunkt des Beginns meiner Diplomarbeit in den Medien und bei der Bevölkerung für Unruhe und Gesprächsthema sorgt: die Pandemie H1N1-Panik. Durch das Tragen einer Atemschutzmaske an verschiedenen Orten der Stadt Krefeld wurden die Menschen spontan in eine ungewohnte Lage versetzt. Die Konfrontation mit der eigenen Angst und das Verhalten wurden hierbei mit einer versteckten Kamera dokumentiert, sowie die Kommentare festgehalten.

Band 4 / Wäre es nicht Kriegsfotografie wäre es Kinderpornografie
Umfang: 98 Seiten – Format: 16x24 cm

Manipulation der Masse im Hinblick auf Erinnerungen durch den Einfluss der Medien
Der Beweis für die Macht der permanenten Wiederholungen von Ereignissen durch die Medien, die sich in den Köpfen der Einzelpersonen festsetzen, wird unter anderem mit Hilfe eines interaktiven Selbstversuches an den Leser dargestellt, indem er 20 Bildunterschriften aus den Medien mit dazugehörigen leeren Bilderrahmen sieht. Zusätzlich ging ein Fragebogen mit den selben Bildunterschriften an 50 unterschiedliche Menschen. Spontan sollten die Testpersonen die eigenen Bildassoziation aufschreiben. Diese Reaktionsergebnisse wurden visuell festgehalten, um ebenfalls als Denkanstöße dienen zu können.

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser und Prof. Silvia Beck