Rom heißt Mensch – Caroline Lohmann und Nicole Gembries

MA-Thesis: K+E von Kommunikationsmaßnahmen zur Förderung des kulturellen Verständnisses von Sinti und Roma in Duisburg

«Menschen, an denen nichts auszusetzen ist, haben nur einen Fehler: sie sind uninteressant.» Zsa Zsa Gabor

Dis Stadt Duisburg leidet wie kaum eine andere westdeutsche Stadt unter einem negativen Image: Nach Strukturwandel, hoher Arbeitslosigkeit, klammen öffentlichen Kassen, der Tragödie der Love-Parade kam noch die hohe Anzahl an Zuwanderern aus Osteuropa. Innerhalb kurzer Zeit kam es durch problematische Wohnverhältnisse in einem Duisburger Stadtteil zu großen Problemen mit der Bevölkerung, begleitet von negativem Medienecho.

Das war die Motivation, uns mit der Bevölkerungsgruppe der Roma und Sinti näher zu beschäftigen. Innerhalb unserer Masterarbeit hatten wir die Gelegenheit Gespräche mit Anwohnern, mit städtischen Beauftragten und mit Roma und Sinti zu führen und wir haben uns dann entschieden, Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln, die für das Thema sensibilieren sollen.Wir wollen diese Menschen zu Wort kommen lassen, denen sonst niemand zuhört. Im Mittelpunkt stehen die Gefühle und Emotionen von Menschen, die menschenunwürdig behandelt werden. Um die Mehrheitsgesellschaft zu erreichen, müssen Vorurteile umgangen und Hintergründe aufgezeigt werden.

Wir haben uns leiten lassen von dem Begriff der Normalität: Im Vordergrund stehen die Menschen und die Betrachter sollen in hohem Maß emotional angesprochen werden. Unsere Strategie gliederte sich in zwei Teile. Eine Aufmerksamkeitsphase, bei der wir Aktionen im öffentlichen Raum inszenierten und die die Publikation ankündigt. Teil zwei war dann die Publikation selbst, konzipiert als Beilage zu der normalen Tageszeitung. Die Beilage informiert den Leser über historische Zusammenhänge. Dem folgt der emotionale Abschnitt, bei dem die Menschen, um die es geht, im Vordergrund stehen. Es werden zehn Interviews und Lebensgeschichten von unterschiedlichen Menschen dieser Minderheit abgebildet. Es sind Sinti, die schon seit mehreren Generationen hier in Deutschland beziehungsweise Duisburg leben, Roma, die aus dem Kosovokrieg geflohen sind, Arbeitsimmigranten, die in den siebziger Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland eingewandert sind, oder Armutsflüchtlinge, die erst vor ein paar Jahren gekommen sind, um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Von Bedeutung für uns waren sowohl ihre Vergangenheit, als auch ihre aktuelle Situation und ihre Wünsche für die Zukunft. Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen

Betreuung: Prof. Silvia Beck und Prof. Nora Gummert-Hauser