Endstation. Graphic Novel zum Thema der Digitalen Zukunft.
Nils Sprenger

BA-Thesis

Endstation Freundchen.

„Mein Name ist Elias Russ und ich bin nicht online. Ich habe keine Arbeit, kein Geld, keine Familie, keinen einzigen Freund, niemanden, aber ich lebe im Hier und Jetzt und ich bin stolz darauf, der zu sein, der ich bin. Keiner nahm die Brücke wirklich wahr, die unsere Welt schleichend hinüber auf die Seite der Verdammnis brachte. Freigeister und Künstler prophezeiten diese Zukunft, doch keiner hörte zu ...”

Mit der digitalen Zukunft bahnt sich ein Zeitalter an, in der wir 24 Stunden am Tag online sein werden. In der wir ständig umgeben sind von Sensoren und einer Mischwelt aus Realität und Internet ausgesetzt sind. Heutzutage schert sich keiner darum, was neu auf den Markt kommt, sei es das neue I-Phone oder ein neues Social Network – ohne es zu hinterfragen laufen die Massen dem hinterher, was gerade angesagt ist. Das ist auch kein Wunder: bei meiner Recherche wurde mir klar, dass die Informationsaufbereitung über diesen digitalen Wandel auf Webseiten publiziert ist, die man nur durch zielgerechtes Suchen findet. Natürlich auch in Büchern, aber sind wir mal ehrlich, der Großteil unserer Bevölkerung liest keine Bücher mehr und schon gar nicht über die Entwicklung technischer Fortschritte. In der Öffentlichkeit werden die neuen technischen Entwicklungen mittels Werbung als „musst du haben" in die Gehirne der Menschen gepresst.

Die Mission ist also klar. Es soll der Zielgruppe von 13-30 Jahren ein Einblick in eine mögliche Zukunft verschafft werden, in der das Internet allgegenwärtig ist. Die Prognose soll dem Betrachter einen kritischen Blick für neue Kommunikationsmedien und dem damit verbundenen Internet verschaffen.

Also konzipierte ich eine Graphic Novel, deren Text einer Horrorgeschichte ähnelt. Zudem ist er in der „Ich-Perspektive geschrieben", damit der Leser mit dem Protagonisten mitfühlt. Das Set ist auf eine Fahrt in einer U-Bahn beschränkt, um die Distanz zwischen Leser und Geschichte zu minimieren und die Aussage in den Vordergrund zu stellen. Natürlich auch, um den typischen Rahmen zu schaffen, in denen Menschen ihr Smartphone stetig vor der Nase haben. Dazu ist der Protagonist der Einzige, der nicht online ist und die reine Realität wahrnimmt, im Gegensatz zu den weggetretenen Nebenrollen. Um die teilnahmslosen und gespenstisch anmutenden Personen und deren Wirkung auf den Protagonisten darzustellen, wählte ich einen Illustrationsstil, der wuchtig wirkt. Damit sich der Leser in den Bildwelten wieder finden kann, ist der Zeichnenstil fast realistisch zu nennen. Ich beschränkte mich dabei aber lediglich auf den Schattenwurf bei weißem Grund bzw. den Lichteinfall bei schwarzem Grund.

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser und Prof. Jochen Stücke