Krefeld hoch fünf – Konzeption und Entwurf von Kommunikationsmassnahmen
zum Thema Urbanes Leben – Monika Jagla


BA-Thesis

Eine Siedlung mit mindestens 2.000 Einwohnern wird als Stadt bezeichnet. Aber ist eine Stadt nicht mehr ist als nur ein Gebilde aus Straßen und Bauwerken, in dem wir uns täglich bewegen?

Das Projekt „krefeld hoch fünf“ regt den Bewohner einer Stadt dazu an, sich (mehr) mit ihr zu beschäftigen, um sie besser kennen zu lernen. Die Stadt lebt, und wir leben mit ihr in einer Symbiose. So wie Menschen sich einander kennen lernen, soll der Bewohner auch seiner Stadt näher kommen. Er wird für die sinnliche Wahrnehmung seiner Stadt sensibilisiert.

„krefeld hoch fünf“ ist eine Aktion des Stadtmagazins KR-ONE. In fünf Ausgaben wird über ein Jahr verteilt jeweils ein Sinn (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten) vorgestellt. Als Beilage in der Mitte des Stadtmagazins erscheint ein Sinnesheft, das Fotografien des sinnlich Erfahrbaren in der Stadt zeigt. Parallel dazu wird zu einer von fünf Kamera-Aktionen aufgerufen. Die KR-ONE verteilt Einwegkameras, mit denen der Bürger sein sinnliches Krefeld festhalten soll. Im Anschluss werden alle Bilder digitalisiert unter www.krefeldhochfünf.de hochgeladen. Dort haben die Leser die Möglichkeit für ihre Favoriten zu stimmen. Die Aktion wird fünf Mal wiederholt, bis alle fünf Sinne thematisiert worden sind. Im Folgejahr erscheint jeden Monat zu jedem Sinn ein Foto und ein Bericht über den Fotografen. Die Jahres Aktion hat eine Reichweite bis ins nächste Jahr, sodass das Thema der sinnlichen Wahrnehmung beim Leser nicht in Vergessenheit gerät.

Die fünf Sinneshefte, welche die jeweilige Aktion einleiten, zeigen Fotos, die in Krefeld mittels Einwegkameras entstanden sind. Diese Fotografien haben einen kontrastarmen und schwammigen Charakter. Die Anmutung spiegelt die Tatsache wider, dass wenn wir etwas riechen, hören oder fühlen, kaum jemandem diesen Sinneseindruck klar erklären oder wieder geben können, da unsere Wahrnehmungen subjektiv sind. Des Weiteren sind die Bilder nicht bearbeitet, um ihre natürlich Anmutung zu wahren und den Leser zu motivieren – selbst und eben auf einfachste Weise – kreativ zu werden. Begleitet werden die Bilder von kurzen Sätzen, Zitaten oder Zahlen, die sich auf den Sinn beziehen. So wird der Leser immer wieder daran erinnert mit welchem Sinn er sich gerade beschäftigt und dazu angeregt sich eigene neue Gedanken zu banalen Alltagssituationen zu machen. Sein Blick für das Unwesentliche wird wesentlich und seine Perspektive gestärkt oder verdreht.

Betreuung: Prof. N. Gummert-Hauser und Dipl.-Designer Hartmut Schaarschmidt