Konzeption und Entwurf von Kommunikationsmaßnahmen zum Thema Synästhesie – Maike Hermann

BA-Thesis

«synaísthesis (gr.) = Mitempfindung
Reizempfindung eines Sinnesorgans bei Reizung eines andern, wie etwa das Auftreten von Farbempfindungen beim Hören bestimmter Töne.» – Duden

Synästhesie ist ein interessantes, aber auch noch sehr unbekanntes Phänomen. Viele Menschen sind Synästhetiker und wissen es nicht, andere haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, als sie über ihre Wahrnehmungen und Empfindungen sprachen. Die Menschen treten ihnen mit Unverständnis und Spott entgegen und denken an Einbildung oder an eine psychische oder körperliche Erkrankung. Deshalb gilt es den Bekanntheitsgrad von Synästhesie in der Gesellschaft zu steigern. Ich empfinde es als besonders wichtig richtigzustellen, dass es sich hierbei um ein ernsthaftes, wissenschaftlich erforschtes Thema handelt. Außerdem möchte ich das Verständnis gegenüber Synästhetikern fördern und ihnen ermöglichen sich mit ihren synästhetischen Wahrnehmungen nicht verstecken zu müssen.

Deshalb habe ich mich dazu entschieden, eine aufwändige Informationsbroschüre zum Thema zu entwickeln und zu gestalten. Herausgegeben wird diese von der Deutschen Synästhesie-Gesellschaft. Sie richtet sich an kreative junge Menschen, wie Design-, Kunst- und Musikstudenten, denn unter ihnen befinden sich sehr viele Synästhetiker und in kleinem Maße steckt Synäthesie in jedem von ihnen. Die visuelle Leitidee der Broschüre folgt dem Begriff der »Vernetzung«. Durch Vernetzung der Sinne im Gehirn eines Synästhetikers entsteht erst die synäshetische Wahrnehmung. Das Thema Vernetzung wende ich in Form von Linien, die sich durch die gesamte Gestaltung ziehen und als Faltungen, die ebenfalls zu einer Art Vernetzung führen, an. So wird das komplexe Aufeinandertreffen von Sinnen und Sinneseindrücken visualisiert. Als Leitsymbol, habe ich die stilisierte Form eines Himmel-und-Hölle-Spiels verwendet. Dieses Faltspiel, mit seinem Aufeinandertreffen der Seiten, den Verschachtelungen und Faltungen, wird im Kontext dieser Broschüre als eine Metapher für Synästhesie verwendet. Denn bei der Synäshesie treffen verschiedene Sinnesempfindungen, wie die Seiten des Spiels, aufeinander und sind im Gehirn vernetzt und verschachtelt, wie auch die Faltungen und Überlagerungen des Papiers, aus dem das Spiel gefaltet wird.

Betreuung: Prof. Nora Gummert-Hauser und Dipl. Des. Jeannette Weber