Das kommunistische Manifest
1848 versus 2012 – Justine Ohlhöft

BA-Thesis

Der Drang der Menschen, nach neuen Möglichkeiten des Zusammenlebens und Wegen, eine sozialere und gleiche Gesellschaft zum Leben zu schaffen, ist groß. Aus allen Ecken hört man Forderungen, die bei genauerer Betrachtung auch aus Marx‘ und Engels Mund stammen
könnten.

„Echte Demokratie JETZT!“

„…aber wir sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich um uns herum präsentiert: die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprachlos. Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden – tägliches Leid, ohne jegliche Hoffnung.“

„Doch wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verändern. Zeit, miteinander eine bessere Gesellschaft aufzubauen ...“ Occupy Deutschland

Die Parallelen sind deutlich und das kommunistische Manifest ist ein Werk, welches genau diese Wünsche, Hoffnungen und Ängste der Menschen aufgreift, analysiert und einen möglichen Lösungsweg anbietet.

Das Problem jedoch ist, dass die Menschen sich dieser Idee des Manifests verschließen, auf Grund dessen was die Geschichte sie über den Kommunismus gelehrt hat, ohne dass ihnen klar ist das diese Realität des Kommunismus, nämlich dessen Abwandlung in die Praktiken Lenins und Stalins (Leninismus/Stalinismus), nichts mehr mit dem kommunistischen Manifest gemein hat. Dass diese totalitär aufgebauten Staaten, nichts mit der Lehre von Marx und Engels zu tun hatten, dass der Marxismus, wie er im Manifest beschrieben wurde, niemals existierte, außer in der Theorie.

Mit meiner Arbeit habe ich einen Weg gefunden, die Menschen an das kommunistische Manifest heran zu führen, ohne dass ihnen dies zunächst bewusst ist. Ich habe die Inhalte dieses Werkes aufgegriffen und sie in neue sprachliche Bilder transkribiert. Das Interesse der Betrachter wird zum einen durch den fragmentarischen und theatralisch anmutenden Text geweckt , als auch durch die Form – die ungewöhnlichen Umbrüche des Textes – welche auf den ersten Blick nochmals andere Inhalte transportieren.

Die Strategie besteht in der Umsetzung einer Guerilla-Kampagne, deren Medien sich aus Plakaten, Aufklebern und Postkarten zusammensetzen. Sie funktionieren alle gemeinsam mit ihrer Umgebung, den Orten, an denen der Betrachter sie wahrnimmt und führen mit Hilfe eines QR-Codes zu einer mobilen Website auf der das Manifest im Originaltext hinterlegt ist. Man wird direkt zu den entsprechenden Stellen des Originalzitates verwiesen.

Betreuung: Prof. N. Gummert-Hauser und Dipl.-Designer Thomas Klefisch