zack!bimbam – versprechen versprochen
Entwurf und Konzeption eines Mediums zum Thema „Kommunikative Fehlleistungen" – Clara Roethe

Diplom

„Der Hörer aber und sein Ohr tragen gleichfalls zu gedachtem Fehler bei. Niemand hört, als was er weiß, niemand vernimmt als was er empfinden, denken und imaginieren kann.” Goethe

Wie entstehen Versprecher, also unwillkürliche sprachliche Fehler? Nach der Auseinandersetzung mit verschiedenen psycholinguistischen Thesen zum Thema habe ich einige begünstigende Faktoren gefunden. Nämlich Stress (zum Beispiel Zeitdruck), Ablenkungen (zum Beispiel gleichzeitig etwas notieren wollen), Zungenbrecher aufsagen und Versprecher hören. Um diese Erkenntnis nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern erfahrbar zu machen, habe ich ein Spiel entwickelt.

Dieses schafft die perfekte Umgebung für das Entstehen von Versprechern (Zungenbrecher, Zeitdruck, Multitasking) – es gewinnt aber derjenige, der seine Zunge im Zaum halten kann und sich nicht verspricht. Es gibt Aufgabenkarten, diese sind schwarz, und Ablenkungskarten – diese sind knallrot. Die Ablenkungskarten kann man seinen Mitspielern als zusätzliche Hürde auferlegen. Darauf steht dann zum Beispiel die Aufforderung, von nun an beim lauten Vorlesen zusätzlich zu lispeln, oder einen Dialekt zu sprechen.

Es gibt drei verschiedene Typen von Aufgaben: die Zungenbrecher, die es vorzulesen gilt, die Versprecher, die es zu entschlüsseln gilt (was war eigentlich gemeint?) und Fachtexte mit falschen Umbrüchen und Buchstabendrehern, die es fehlerfrei vorzulesen gilt. Sie sind klar unterscheidbar und in schwarz/weiss gestaltet. Um kostbare Spielzeit nicht mit dem Lesen der Anleitung zu vergeuden steht auf jeder Aufgabenkarte eine kurze Anleitung, was zu tun ist. Zu dem Spiel gehört natürlich trotzdem eine Anleitung, ein Zeitmesser und ein Block zum Zeichnen und Schreiben. zack!bimbam ist ein Kartenspiel für alle Altersgruppen mit der entsprechenden Lesekompetenz. Dabei findet man sich möglicherweise singend auf einem Stuhl wieder, oder mit den Armen rudernd einen Zungenbrecher aufsagend. Es macht natürlich nicht nur Spaß selber an der Reihe zu sein, sondern vor allem, den Anderen zuzusehen.

Betreuung Prof. Nora Gummert-Hauser und Diplom Designer Thomas Klefisch